KINO FILM
"End of Landschaft - Wie Deutschland das Gesicht verliert", ein Dokumentarfilm von Jörg Rehmann
Jeweils Dienstag den 5. und 12. Februar um 20.15 Uhr im Stadtsaal Lichtspiele Bad Königshofen
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Der Verein zum Schutz der Umwelt und des Kulturerbes in Rhön-Grabfeld e.V. (SUKRG) und die Kreisgruppe Rhön-Grabfeld des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) laden ein zur Filmvorführung „End of Landschaft - Wie Deutschland sein Gesicht verliert“, jeweils Dienstag den 5. und 12. Februar um 20.15 Uhr im Stadtsaal Lichtspiele Bad Königshofen. Anschließend gibt es von den beiden Vereinen aktuelle Informationen. Die Energiewende ist das größte Infrastrukturprojekt seit Ende des 2. Weltkrieges in Deutschland. Die Kostenhochrechnungen dafür gehen in die Billionen. Doch selbst 30.000 Windräder und hunderttausende Solaranlagen konnten nicht verhindern, dass damit bislang nur ca. 4 Prozent des deutschen Primärenergiebedarfes gedeckt werden können. Die Auseinandersetzungen um zerstörte Landschaften und Windradlärm haben die bislang friedlichen Landregionen in tiefgreifende Zerwürfnisse gestürzt. Auch durch den Naturschutz zieht sich ein schwerer Konflikt. Wie sauber ist die „Handschrift der Energiewende“? Der Journalist und Filmautor Jörg Rehmann hat in „End of Landschaft“ den Menschen vor Ort zugehört, hat Experten und Wissenschaftler befragt und investigative Recherchen betrieben. Das Ergebnis ist ein sensibler Film, der dennoch fordert, aufdeckt und aufrüttelt. Für Jörg Rehmann und die im Film befragten Experten ist die Notwendigkeit eines wirksamen Klimaschutzes unbestreitbar. Mit der Ausbeutung der Erde kann und darf es so nicht weitergehen. Aber es braucht eine ehrliche Energiewende mit Augenmaß. Ein Film jenseits fernsehüblicher Berichterstattung, - und ein kritisch-informatives Roadmovie durchs Energiewende-Land Deutschland.

Filmnachlese zu „End of Landschaft“

Der Film „End of Landschaft“ der zweimal, am 5.2. und 12.2.2019 im Kino von Bad Königshofen lief, zeigte sehr deutlich die negativen Begleiterscheinungen, die die deutsche Energiewende und v.a. der ungezügelte Ausbau der Windenergie nach sich zieht auf.
Von Windkraftanlagen umzingelte Dörfer, aufgebene Häuser, getötete Greifvögel, gefrustete Bürger und zerstörte Landschaften sind die ernüchternde Bilanz, die der Journalist Jörg Lehmann mit seiner Dokumentation zieht. Begonnen hat der im Hunsrück lebende Filmemacher, als er im Januar 2017 erfährt, dass 400 Windräder im Odenwald ausgewiesen werden sollen. Das führte den Autor auch in andere Windkraftbrennpunkte der Bundesrepublik, wie nach Ostfriesland wo im Schnitt alle 790 Meter ein Windrad neben dem anderen steht, nach Mecklenburg Vorpommern wo nach milliardemschwerden Aufbau Ost eine Enteignungs- und Entsiedelungswelle eingesetzt hat, im rheinlandpfälzischen Moselhundsrück und im Saarland wo Rehmann auf Strukturen trifft, die von Experten als kriminell bezeichnet werden. Die Dokumentation von Lehmann zeigt schonungslos auf, wie die deutsche „Windkraftenergiewende“ zu einem Milliardengeschäft geworden ist, bei dem die Anliegen der betroffenen Bürger, des Artenschutzes und der Landschaft oft und vielerorts nichts mehr zählen.

Die Filmvorstellungen waren gut besucht und es wurde nachher intensiv diskutiert.

Die Parallelen zu unserer Situation im Landkreis sind eklatant. Seit Jahren prangern wir die Zerstörung der Landschaft, die Umzingelung von Dörfern und die schlimme Missachtung des Natur- und Artenschutzes im Zusammenhang mit der Windkraft bei uns an.

Die in Deutschland laufenden 30.000 WEA haben zu keiner nennenswerten Reduktion der CO2-Emmissionen in Deutschland geführt. Seit 20 Jahren läuft unsere deutsche Energiewende und das bisherige Ergebnis ist mehr als ernüchternd und sogar erschreckend. Die 30.000 deutschen Windräder decken zusammen mit der Sonnenenergie gerade mal 4% unseres Gesamtenergieverbrauches. Bis 2050, so das deutsche Ziel, wollen wir 95% der Gesamtenergie durch Erneuerbare Energien erreichen. Wie soll das gehen, wenn wir in den nächsten 30 Jahren mit Wind- und Sonnenenergie die erreichten 4% mindestens verzwanigfachen müssen? Aber auch mit noch soviel Windrädern können wir unsere „Energiewende“ nicht schaffen, weil es keine adäquaten Speicherungsmöglichkeiten gibt und wir für das Problem der „Dunkelflauten“ (kein bzw. kaum Wind und keine Sonne) immer parallel vorzuhaltende, meist konventionelle Stromerzeugungsquellen brauchen werden. Das Jahrhundertprojekt der deutschen Energiewende ist schon längst aus dem Ruder gelaufen, aber noch viel zu wenige merken dies oder wollen dies wahrhaben. Leider glauben noch zu viele, dass wir in Deutschland das Weltklima retten können, in dem wir unser Land mit 100.000enden Windräder übersähen, anstatt sich ernsthaft mit den erreichten und nicht erreichten Realitäten der deutschen Stromenergiewende auseinanderzusetzen.

Kurzum: die Energiewende funktioniert so nicht, durch sie werden nur zu oft Landschaft und Artenschutz geopfert und die Schutzanliegen vieler Anwohner übergangen.